OITL Ardabil, Iran ./. OR0M Sirsenk, Irak
Diese Etappe war hauptsächlich geprägt vom Kampf mit meinem Rechner - leider.
So fing ich die Etappe 5 mal an, ehe ich tatsächlich weiter kam, so dass Aussagen über die ersten Meilen schwierig sind.
Zunächst musste ich mir natürlich den Berg ansehen der mit fast 4700m Höhe da in der Gegend rumsteht. Leider gelingt es mir nicht, rauszufinden wie das Teil heisst. Toll aussehen tut er trotzdem. Durch die vielen Versuche hatte ich Gelegenheit, ihn mir von allen Seiten anzusehen ...
Weiter gings nach Süden um der Landstraße von Sarab nach Bostanabad zu folgen. Die Bergkette im Süden der Ebene bot einen prachtvollen Anblick und bald erwartete ich, das nächste Hügeldings kurz vor dem See zu sehen.
Dieses erwies sich dann aber eher als Flopp, obwohl er eigentlich auch recht hoch ist. Eigentlich war das aber eher eine hügelige Hochebene. Bemerkenswert daran ist, dass diese Hügel sich zu einem guten Teil als Aneinanderreihung von Vulkanen erwiesen. Das große Teil selbst ist nach der runden Form zu schließen offensichtlich auch einer. Der muss aber wirklich uralt aus der Frühzeit der Erdgeschichte sein.
Überhaupt ist es durchaus erstaunlich, dass ich seit Griechenland eigentlich nur noch von einem Vulkan zum nächsten fliege. Vielleicht sollte ich mir Sorgen machen? Folge ich zufällig einer tektonischen Bruchzone oder steht überhaupt überall ein Vulkan hinterm nächsten und man merkt das normalerweise einfach nicht?
Ach ja - der erste Klops, an dem ich vorbeiflog könnte auch einer sein. Man meint sowas wie den Krater erkennen zu können - vielleicht bin ich aber auch nur schon hysterisch.
Weiter gehts über die Ebene und den Platz bei Bonab zum Duryacheh-ye-Oroumieh.
Einer der Gründe den Flug zu machen, war auch, falsche Vorstellungen von diversen Ländern zu korrigieren. Irgendwie passt zum Beispiel so ein Riesenteil von See nicht in meine Vorstellung vom Iran.
Iran ist Wüste mit beturbanten, schwer bewaffneten Typen auf Kamelen und bauchtanzenden Frauen. Und das flächendeckend!
Na ja - hier und da gibt es dann noch ein paar Paläste mit noch beturbanteren Scheichs drin, einer Menge Rolls-Royce davor und Ölbohrtürmen aussenrum. Nen Harem gibts natürlich auch, aber wenn man den erst mal sieht, wird man eh erschossen,
DAS ist Iran und bitte nicht sowas ...
Oder verwechsle ich was und der See ist vielleicht nur der Swimming-Pool von einem der Scheichs?
Und wo tu ich in dem Bild die Rumpelstielzchen Ayatollahs hin?
Egal - ich flieg erst mal weiter ...
Am Südufer des Sees (oder Schwimmbades) ragt so ein kleiner Pimmel hervor, da muss ich hin. Würde ich die Straße von Heiderabad ... Moment ... Michaelibad, Bad Heilbrunn, Hallenbad, Heiderabad ... aha, das Ding ist DOCH ein Schwimmbad. Aber wer ist Heidera? Der ist Schwabe und der Bruder von Heidernei ... wahrscheinlich.
Ich sollte jetzt nicht landen, sonst werd ich auch ohne Harem erschossen.
Vor allem, wenn ich ihnen meine Hypothese vortrage, schätze ich.
Wo war ich? In Heiderabad - nein, ich sag jetzt nix mehr.
Würde ich also die Staatstraße 3 von Heiderabad nach Piranshar nicht finden, könnte die Navigation heikel werden.
Ja es gibt ein VOR in Mosul und mit Radial und DME würde ich den Platz in jedem Fall finden.
Aber das will ich ja nicht. Ich will meinen Weg so finden.
Ha, da ist sie auch schon. geht wunderbar und bald biege ich ins Tal des nächsten Höhenzuges Richtung Rayat ein.
Kurz macht ich mal einen kleinen Ausflug, ehe ich merkte dass Osten irgendwie etwas die falsche Richtung ist.
Bog doch die blöde Straße ab ohne was zu sagen. Fast genauso doof wie keine Straße sind zuviele, die nicht auf der Karte sind. Schlimm wars nicht und bald hatte ich den richtigen Weg wieder.
Das Wetter, dass die ganze Zeit ein bisserl auf der Kippe stand, machte nun wieder mehr Ärger und auf dem letzten Teilstück des Weges kann man von Navigation nicht mehr wirklich sprechen. Ich flog im Zickzack um die Wolken rum und versuchte nur noch halbwegs die Richtung zu halten. Zum Glück ist das Profil der Höhenzüge so eindeutig ausgerichtet, dass letzteres trotz allem nicht schwierig war.
So fand ich den Platz letztlich völlig problemlos.